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Neue Richtlinie für die Führung von Ausbildungsnachweisen (Berichtsheften)

Ausbildungsnachweise bzw. Berichtshefte sind ein wesentlicher Bestandteil im System der dualen Ausbildung. Sie haben zum einen die Aufgabe, die erlernten und/oder erlebten Ausbildungsinhalte zu reflektieren und zum anderen, den zeitlichen und sachlichen Ablauf der Ausbildung im Betrieb, der Berufsschule und der überbetrieblichen Ausbildungsstätte für alle an der Berufsausbildung Beteiligten in einfacher und nachvollziehbarer Form nachweisbar zu machen. Der/das ordnungsgemäß geführte Ausbildungsnachweis/Berichtsheft ist außerdem gesetzliche Voraussetzung für die Zulassung zur Abschluss- und Gesellenprüfung.

Die Handwerkskammer Berlin hat am 26.03.2014 nach Anhörung ihrer Berufsbildungsausschüsse I und II eine neue Richtlinie für die Führung von Ausbildungsnachweisen (Berichtsheften) beschlossen. Sie löst den alten Beschluss von 1973 ab. Ihr liegt eine mit ZDH, DIHK und dem DGB abgestimmte Empfehlung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung vom 09.10.2012 zugrunde. Sie finden die neue Richtlinie hier...

Inhaltlich enthält die Richtlinie Vorgaben für Ausbildungsbetriebe und Auszubildende sowie Hinweise an die Prüfungsausschüsse (RL Nr. 4) und die Berufsschule (RL Nr. 9). Neu aufgenommen wurde ein Hinweis auf die Möglichkeit der elektronischen Berichtsheftform. Außerdem gibt es neue Heftmuster, in denen die einschlägige Nummer des Rahmenlehrplans dokumentiert werden kann. Die Heftmuster können, müssen aber nicht genutzt werden. Die Vertragspartner der Ausbildungsverträge können andere Gestaltungsformen wählen, sofern sie die Mindestanforderungen (sh. RL Nr. 5) erfüllen. Außerdem ist ein Passus für die Anwendbarkeit auf Umschüler aufgenommen worden sowie für die Beteiligung von Arbeitnehmervertretungen.

Zu beachten ist, dass die Richtlinie Mindestanforderungen für die Berichtsheftführung regelt, die Vertragsparteien (nicht Prüfungsausschüsse) also auch darüber hinaus gehen können.

Die Richtlinie ist Maßstab für die Beratungstätigkeit der Handwerkskammer sowie für Prüfungsausschüsse bei der Überprüfung der Zulassungsvoraussetzung „Berichtsheftführung“.